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Buch-Information:
Auch in der umfangreichen Tafel- und Wandmalerei des Abendlandes finden wir fast ausschließlich geschichtliche, heilige und mythologische Figuren aller europäischer Epochen bis hin zu den alten Griechen und Römern. In Gemälden der Renaissance beispielsweise sehen wir Leda mit dem Schwan oder Herkules, seine zwölf Taten verrichtend. In barocken Fresken tun wir aber nicht nur einen Blick in den christlichen Himmel, häufig findet man Darstellungen des antiken Olymp mit dem gesamten griechisch-römischen Götterreigen. Auf antiken Münzen zeigen sich Helios, Athena oder Roma, doch ohne die Kenntnis der Mythologie bleiben uns diese Gestalten, das Dargestellte letztlich ein Rätsel. Ähnliches läßt sich von alten Münzen und Zahlungsmitteln sagen. Taler, Dukaten, Pfund, Schilling, Batzen oder Guldiner, wir kennen die Namen, doch ihre Herkunft, ihre Verbreitung und ihren Umlauf? Nicht besser geläufig sind die alten Hohlmaße wie Scheffel, Fuder oder preussischer Eimer, ganz zu schweigen von den zahlreichen römischen Münzen. Wer weiß um die Provinzen des römische Weltreiches wie Noricum oder Pannonien, das römische West- und Ostreich, die ehemaligen Reiche der germanischen Völkerwanderung, das Merowinger- und Karolingerreich, die das Abendland und seine Kultur, seine Kunstwerke prägten? Nicht besser ist es um die Kenntnis der Kelten und der germanischen Mythologie bestellt.
Diesen Mangel zu beheben, hat sich das vorliegende Buch zur Aufgabe gemacht, wobei als Ausgangspunkt und Grundgerüst die üblichen kunstgeschichtlichen Begriffe dienen. Man findet also die gängigen Stichworte, doch werden diese durch ein Verweissystem in ihren geschichtlichen Zusammenhang gestellt. Nehmen wir das Beispiel Barock, so findet man unter diesem Stichwort nicht nur die Bedeutung und Geschichte jener besonderen Stilepoche, sondern Verweispfeile führen zu sachlich nahestehenden Begriffen wie Muschel, Perspektive, illusionistische Architekturmalerei, Stuckmarmor, Fassade, Stuck, Cherub, Putto, Bandelwerk, Akademie, Bollandisten, Collegium germanicum, Gallica sacra, Jesuiten, Magdeburger Centurien, Mauriner oder Oratorianer; ebenso aber auch auf das Ende jener Zeit, die Säkularisation. Übersichtskarten wie die Epoche der Völkerwanderungszeit, der römischen Kultur u.a. entsprechen ähnlichen praktischen Erwägungen, auf einen Blick das Ganze zu erfassen; die Karten wurden eigens dafür gefertigt. Eine Zusammenstellung der römischen und deutschen Herrscher, von Augustus bis Wilhelm II., sowie der wichtigsten Stammbäume runden das Werk ab. Kurz, es wurde der Versuch unternommen, die kunstgeschichtlichen Begriffe in den notwendigen Gesamtzusammenhang zu stellen und, wo nötig, durch Strichzeichnungen zu veranschaulichen, um direkt vor Ort eine historische Einordnung zu ermöglichen. — Dr. Peter Hawel —
Ein Lesebeispiel aus obigem Buch finden Sie unter dem Link
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